neuer Text: Schäubles Abhörzentrale In Köln hat der Innenminister eine Abhörzentrale eingerichtet. Bald sollen Polizei und Verfassunggschutz dort gemeinsam die Technik nutzen. Aber noch gibt es nicht einmal ein Gesetz. Ein vertrautes Kamingespräch in Bad Saarow im vergangenen Jahr: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will mit einer Bundesabhörzentrale die Überwachung von Telefon und Internet perfektionieren. Davon versucht er die Ministerkollegen der Länder zu überzeugen. Auf der gemeinsamen Innenministerkonferenz eröffnet Schäuble seinen Länderkollegen, auf welche Szenarien sich die Sicherheitsdienste einstellen müssen: Kriminelle und Terroristen tarnen sich, indem sie ausländische Telefon- und Internetanbieter benutzen, ihre IP-Adressen durch Anonymisierung unkenntlich machen und den Internetverkehr verschlüsseln. Das Bundesinnenministerium resümiert in dem Dokument, das der taz vorliegt: die Sicherheitsdienste verfügen über zu wenig neue Technik und Fachleute, um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können. Um diesen neuen Gefahren zu begegnen, hat das Bundesinnenministerium gerade für knapp 10 Millionen Euro eine zentrale Abhörstelle für das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei in Köln eingerichtet. Der Minister setzt damit Maßstäbe. Denn Stück für Stück soll die "Zentralstelle für Kommunikationstechnlogien", so ihr offizieller Name, ausgebaut werden. Ab 2013 soll sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligen. Und ab diesem Zeitpunkt sind auch die Polizeien und Verfassungsschutzämter der Länder eingeladen, die Bundesabhörzentrale zu nutzen. Wolfgang Schäuble will die zersplitterte Überwachungslandschaft harmonisieren und leistungsfähiger machen. Derzeit gibt es bei den 38 deutschen Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern noch mehr als 75 verschiedene Anlagen zur Telekommunikationsüberwachtung (TÜK). In der neuen Zentralstelle sollen die Behörden die moderne Überwachungstechnik gemeinsam nutzen. Offizieller Anlass für Schäubles Initiative waren Engpässe bei der Überwachung der islamistischen Sauerlandgruppe, die derzeit vor Gericht steht. Rädelsführer Fritz Gelowicz verschickte oft Botschaften aus Internet-Cafés. Dabei musste jeweils der Datenverkehr des gesamten Internetcafés gespeichert und ausgewertet werden, um Gelowicz' Botschaften herauszufiltern. Mit diesen Datenmengen waren Polizei und Verfassungsschutz teilweise überfordert. Schäuble glaubt, dass neue leistungsfähige Computer am besten bei einer zentralen Stelle angesiedelt sind und dann von vielen Sicherheitsbehörden gemeinsam genutzt werden. Auch Decoder-Software für ständig neue Kommunikationsangebote im Internet müsse jeweils nur einmal beschafft werden. Schon in der Planungsphase protestierte vergangenes Jahr der Bundesrechnungshof. Die unabhängigen Beamten widerlegten in einem vertraulichen Papier, das der taz vorliegt, dass eine zentrale Abhörstelle günstiger sei. Im Gegenteil: Das Innenministerium habe sogar Kosten verschwiegen. Denn kurz zuvor wurde für den Bundesverfassungsschutz eine neue eigene TKÜ-Anlage angeschafft, die ihn auch noch mehr als fünf Jahre vertraglich an einen inkompatiblen Software-Lieferanten bindet. Doch Schäuble setzte sich über die Bedenken hinweg. Inzwischen hat die neue Abhörzentrale ihre Arbeit aufgenommen, zunächst ohne den Verfassungsschutz. Ein "Service-Center" stellt modernste Computer und Software zur Verfügung. Ein "Kompetenzzentrum" dient daneben als Denkfabrik der Sicherheitsbehörden. Angesiedelt ist die gemeinsame Abhör-Infrastruktur beim Verwaltungsamt des Bundes (BVA) mit Sitz in Köln. Dort wurden auch 43 neue Stellen geschaffen, 33 für die TKÜ-Anlage im Service-Center und zehn Stellen für die Experten im Kompetenzzentrum. Damit hat Schäuble Fakten geschaffen. Peter Schaar, der Datenschutz-Beauftragte hält die Einrichtung jedoch für illegal, weil "die erforderliche gesetzliche Grundlage" fehle. Die Einschaltung einer zusätzlichen Behörde stelle einen neuen Grundrechtseingriff dar. Schäuble weist den Vorwurf zurück. Die neue Zentralstelle in Köln verwalte nämlich nur die Technik, während die eigentlichen Abhörmaßnahmen von der Polizei in eigener Verantwortung geplant und ausgewertet werden. Deshalb seien auch die bisherigen Gesetze ausreichend, die dem Kriminalamt und der Bundespolizei schon jetzt die Überwachung von Telekommunikation erlauben. Schäubles Argumentation hat sogar Justizministerin Zypries (SPD) überzeugt, die anfangs auch ein Gesetz forderte. Als Kompromissangebot ließ der Innenminister jetzt erklären, dass sich die Regierung in einigen Jahren freiwillig Mehrheiten für ein Gesetz suchen werde - aber erst wenn ab 2013 auch der Verfassungsschutz und die Sicherheitsbehörden der Länder die Abhörzentrale nutzen können. Das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten sei aber auch dann nicht verletzt, die Daten blieben schließlich streng getrennt, so Schäuble, auch wenn alle Sicherheitsbehörden die gleiche Technik benutzen. Schäubles kunstvolle Konstruktion hat allerdings leicht skurile Folgen, wenn es technische Probleme gibt. Für die Behebung einer Störung sind dann zwar die BVA-Beamten zuständig, die aber auf keinen Fall Zugang zu den Daten der Anlage bekommen sollen. Deshalb müssen sie dabei von Polizei-Experten unterstützt werden, die auch in Telefonate hineinhören und Emails lesen dürfen. Auch Bundespolizist Jörg Radek, Hauptpersonalrat beim Bundesinnenministerium, findet die Konstruktion mit der neuen Zentralstelle umständlich: "Dieser Umweg bedeutet eine zusätzliche Schnittstelle für jede Polizei- oder Sicherheitsbehörde mit einem Mehr an Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rückfragebedarf." Schäuble und seinen Nachfolgern könnte solche Kritik sogar gelegen kommen. Wenn sie mittelfristig aus der Abhörzentrale doch eine neue Behörde machen wollen, die auch selbstständig die Überwachungsmaßnahmen durchführt, könnten sie darauf verweisen, dass dies ja noch viel effizienter wäre. Schäubles Vorbild ist schließlich die amerikanische National Security Agency (NSA), ein selbständiger Überwachungs-Geheimdienst, wie das vertrauliche Dokument der Innenministerkonferenz in Bad Saarow belegt. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, warnt: "Wenn beispielsweise der BND, der für Auslandsaufklärung zuständig ist, schließlich auch noch mit eingemeindet wird, weil die Technik für alle ja so gut funktioniert, dann haben wir am Ende eine zentrale deutsche Sicherheitsbehörde". Von großer Bedeutung ist aber, ob auch die Bundesländer mitmachen, denn über ihre Behörden läuft der Löwenanteil der Kommunikationsüberwachung. Zwingen kann Schäuble sie nicht. Er kann nur darauf spekulieren, dass sie sich die Nachbesserung ihrer eigenen Sicherheitstechnik immer weniger leisten können und dann lieber die Bundesabhörzentrale quasi zur Untermiete nutzen wollen. "Jeder Länderinnenminister wird blass aussehen, wenn er begründen soll, warum er in neue Sicherheitstechnik investieren will, die der Bund ihm doch zum Mietpreis anbietet", erklärt der Sprecher für Innere Sicherheit von Bündnis 90/Die Grünen, Wolfgang Wieland. "Sollte also in einem Bundesland eine Fahndungspanne oder gar ein terroristischer Anschlag passieren, kann man hinterher sagen: das liegt doch daran, dass sich dieses Bundesland dem Angebot widersetzt hat, das wir so kostengünstig anbieten". So könnte die bundeseigene Abhörzentrale politische Fakten durch finanzielle Sachzwänge schaffen. "Innere Sicherheit ist insbesondere auch Ländersache. Wenn man das nicht will, muss man das aber politisch auch ganz klar artikulieren", sagt Frank Richter von der Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen. Und: "Es geht darum, eine neue Sicherheitsarchitektur auf kaltem Wege einzuführen." alter Text: Schäubles Abhörzentrale Der Innenminister erklärt seinen Länderkollegen, sie hätten zu wenig Personal und Geld für die Überwachung und eröffnet in Köln eine Bundesabhörzentrale. Ohne rechtliche Grundlage. Ein vertrautes Kamingespräch in Bad Sarow im vergangenen Jahr: Bundesinnenminister Wofgang Schäuble (CDU) will mit einer Bundesabhörzentrale die Überwachung von Telefon und Internet perfektionieren. Doch vorher muss er die Ministerkollegen der Länder von seiner Idee überzeugen. Und das geht am besten über die Finanzen. Auf dieser Konferenz eröffnet Schäuble also seinen Länderkollegen, auf welche Gefahren die Sicherheitsdienste nur unzureichend vorbereitet sind: Kriminelle und Terroristen tarnen sich, indem sie ausländische Telefon- und Internetanbieter benutzen, ihre IP Adressen durch Anonymisierung unkenntlich machen und den Internetverkehr verschlüsseln. Das Bundesinnenministerium resümiert in einem Dokument, das der taz vorliegt: die Sicherheitsdienste verfügen über zu wenig neue Technik und Fachleute, um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können. Es muss dringend gehandelt werden. Ab Januar 2009 hat sich dies verschärft. Seither ist die zweite Stufe der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Telefon- und Internetanbieter müssen nun alle Verbindungsdaten von Festnetz, Mobiltelefon und auch Internet ein halbes Jahr lang speichern. Bei E-Mails und SMS werden die Inhalte erfasst, beim Mobilfunk kommt die Funkposition hinzu. Aus dieser verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung ergibt sich ein komplettes Sozial- und Bewegungsprofil der Bundesbürger. Voraussetzung: Die Daten müssen irgendwo gespeichert werden. Doch dafür sind kleine Telekommunikationsanbieter technisch nicht gerüstet. Und hier setzt Schäuble mit seiner Bundesabhörzentrale an, die er gerade für über 100 Millionen Euro in Köln hat bauen lassen. Der Minister setzt damit in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe. Denn beim "Service- und Kompetenzzentrum Telekommunikationsüberwachung" (TKÜ) im Kölner Bundesverwaltungsamt handelt es sich um eine Regierungsbehörde, die keine sein darf. Denn bislang ist die Überwachungslandschaft in Deutschland mit 75 Abhörposten föderal gegliedert. Ihr fehlen die die gesetzlichen und institutionellen Voraussetzungen. Sie hat datenschutzrechtliche Probleme. Sie unterliegt keiner Kontrollmöglichkeit. Elmar Lecher, vom Chaos Computer Club (CCC) sagt: "Neudeutsch nennt sich das Outsorcing. Die Polizeien und Geheimdienste lagern ihre Abhörtätigkeit an eine zentrale Stelle aus. Eine neu geschaffene Behörde, die diese technische Dienstleistung für das Bundeskriminalamt, den Bundesverfassungschutz, die jeweiligen Landesverfassungs- und -kriminalämter und die regionalen Landespolizeien - durchführen kann." Ausgerechnet das Verwaltungsamt des Bundes (BVA) mit Sitz in Köln wurde von Wolfgang Schäuble für die gemeinsame Abhör-Infrastruktur ausgewählt. Polizeiliche Abhörmaßnahmen zur Abwehr des internationalen Terrorismus sollen also nach dem Willen des Bundesinnenministers in Zukunft in einer gewöhnlichen Verwaltungsbehörde untergebracht sein. Woher das Fachpersonal und die Kompetenz kommen soll: das Bundesinnenministerium bleibt die Antwort schuldig. In einem vertraulichen Bericht des Bundesrechungshofs aus dem Jahr 2008 wird das kritisiert. In dem Papier, das der taz vorliegt, äußern die Rechungsprüfer erhebliche Zweifel daran, dass neutrale "Verwaltungsangestellte" den Aufgaben in der Abhörzentrale technisch und inhaltlich gewachsen sind. Außerdem besitze das Bundesverwaltungsamt gar nicht die technischen Sicherheitswerkzeuge, um etwa bei Rechnerausfällen trotzdem noch auf alle Daten zugreifen zu können. Auch das Hauptargument des BMI, eine zentrale Abhörstelle sei günstiger, widerlegen die Rechnungsprüfer. Im Gegenteil: Schäuble habe Kosten verschwiegen. Geringere Qualität bei zumindest gleichen Kosten sei die Folge, lautet das Urteil des Bundesrechnungshofs. Für Jörg Radek, Gewerkschaftschef der Bundespolizei und Hauptpersonalrat im BMI, bedeutet Schäubles Überwachungszentrale auf jeden Fall ein Mehr an Bürokratie: "Wir brauchen Mitarbeiter die polizeiliche Analyse machen können, die sich in der Dunkelfeldforschung auskennen. Und dieses Personal hat das BVA ja gar nicht. Das BVA ist ein Verwaltungsamt und genauso wenig eine Polizeibehörde wie das Bundesamt für Geodäsie." Für ihn bedeutet die Superbehörde ein "Mehr an Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rückfragebedarf." Ein weiteres Problem der Bundesabhörzentrale betrifft ihre rechtliche Verankerung. Weil sie nur als Verwaltungskooperation von Polizei und Geheimdiensten deklariert wird, hat das Ministerium noch keine gesetzliche Grundlage geschaffen, die regelt, welche Personen in diesem Rechenzentrum was abhören dürfen. So darf das Bundesamt für Verfassungsschutz viel weniger Abhören als das BKA, wenn es im terroristischen Bereich ermittelt. Das verfassungsgemäße Trennungsgebot von Polizeibehörden und Geheimdiensten schreibt das vor. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste warnt: "Das BMI scheut die Festlegung in einem Gesetz, das die Kompetenzen tatsächlich abgrenzen würde. Wenn beispielsweise der BND, der für Auslandsaufklärung zuständig ist, schließlich auch noch mit eingemeindet wird, weil die Technik für alle ja so gut funktioniert, dann haben wir am Ende eine zentrale Deutsche Sicherheitsbehörde". In Deutschland unterstehen die verschiedenen Sicherheitsbehörden jeweils anderen Chefs und eigenen Aufsichten: etwa dem Bundesfinanzministerium, dem Bundesinnenministerium, und auch dem Bundeskanzleramt. Diese Trennung ist gewollt um nicht zu viel Entscheidungskompetenz und Überwachungskapazität und in einer Hand zusammenzufassen. Wie das vertrauliche Dokument der gemeinsamen Innenministerkonferenz 2008 in Bad Saarow belegt, versucht Wolfgang Schäuble, seinen Länderkollegen eine nationale Abhörzentrale nach US-amerikanischem Vorbild schmackhaft zu machen. Er spekuliert darauf, dass auch die Bundesländer in Zukunft die neue Bundesabhörzentrale nutzen werden müssen. Denn die Länder sehen sich erheblichen Haushaltszwängen ausgesetzt, Nachbesserung in zusätzlicher Sicherheitstechnik ist für sie nur schwer realisierbar. "Sollte also in einem Bundesland eine Fahndungspanne oder gar ein terroristischer Anschlag passieren, kann man hinterher sagen: das liegt doch daran, dass sich dieses Bundesland dem Angebot widersetzt hat, das wir so kostengünstig anbieten", erklärt der Sprecher für Innere Sicherheit von Bündnis 90/ Die Grünen, Wolfgang Wieland. Wolfgang Schäuble schafft mit der bundeseigenen Abhörzentrale politische Fakten durch finanzielle Sachzwänge. Ein schwerwiegender Eingriff in die Kompetenzen der föderalen Polizei- und Landesbehörden, denn Polizeihoheit und Innere Sicherheit sind in Deutschland immer noch Ländersache. "Wenn man das nicht will, muss man eine neue Sicherheitsarchitektur in Deutschland anstreben. Dann muss man das aber politisch auch ganz klar artikulieren. Es geht mehr als nur darum, neue Technik einzuführen. Es geht darum, eine neue Sicherheitsarchitektur auf kaltem Wege einzuführen," sagt Frank Richter von der Polizeigewerkschaft in NRW. Geopfert werden durch Schäubles zentraler Sicherheitsarchitektur auch die gewachsenen Ermittlungsstrukturen vor Ort. Denn die regionalen Ermittlungsbeamten kennen die Verhältnisse sehr genau. "Der Umweg über technische Aufrüstung bei gleichzeitigem Personalabbau erzeugt eine trügerische Sicherheit. Wie bei der Videoüberwachung: wenn Personal fehlt, nutzen die Bilder nur dem Staatsanwalt, aber nicht dem Opfer" , sagt Frank Richter. Entgegen der ursprünglichen Planung des BMI nutzen zurzeit nur BKA und Bundespolizei die gemeinsame Abhöreinrichtung. Ursprünglich sollte auch der Bundesverfassungsschutz mit am Start sein. Aufgrund öffentlicher Kritik, insbesondere durch den Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, musste da BMI bereits zurückrudern. Die fehlenden rechtlichen Grundlagen sollen nach Angaben des Innenministeriums noch erarbeitet werden. Nach den Bundestagswahlen. Bleibt die Frage, ob die Bundesabhörzentrale, die unter dem Deckmantel einer Verwaltungseinheit firmiert, von den Verfassungsrichtern in Karlsruhe aufgehalten wird. Im September wird Karlsruhe endgültig über die Vorratsdatenspeicherung entscheiden. Gut möglich, dass damit auch die Bundesabhörzentrale ihre Legitimation verlieren könnte. Bundesdatenschützer Peter Schaar sieht in ihr die Grundrechte tangiert. Alle beteiligten Behörden in der Verwaltungskooperation würden der Entscheidungskompetenz des Bundesinnenministeriums unterliegen. Schaar sagt: "Das ist wirklich etwas anderes als bloß eine gemeinsame ,Computernutzung'". Meike Naber, taz.de Vergleich mit WebDiff (http://www.qbit.it/lab/diff.php): 2 : 2 : - Der Innenminister erklärt seinen Länderkollegen, sie hätten zu wenig Personal und Geld für die Überwachung und eröffnet in Köln eine Bundesabhörzentrale. Ohne rechtliche Grundlage. 2 : 2 : + In Köln hat der Innenminister eine Abhörzentrale eingerichtet. Bald sollen Polizei und Verfassunggschutz dort gemeinsam die Technik nutzen. Aber noch gibt es nicht einmal ein Gesetz. 4 : 4 : - Ein vertrautes Kamingespräch in Bad Sarow im vergangenen Jahr: Bundesinnenminister Wofgang Schäuble (CDU) will mit einer Bundesabhörzentrale die Überwachung von Telefon und Internet perfektionieren. Doch vorher muss er die Ministerkollegen der Länder von seiner Idee überzeugen. Und das geht am besten über die Finanzen. 4 : 4 : + Ein vertrautes Kamingespräch in Bad Saarow im vergangenen Jahr: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will mit einer Bundesabhörzentrale die Überwachung von Telefon und Internet perfektionieren. Davon versucht er die Ministerkollegen der Länder zu überzeugen. 6 : 6 : - Auf dieser Konferenz eröffnet Schäuble also seinen Länderkollegen, auf welche Gefahren die Sicherheitsdienste nur unzureichend vorbereitet sind: Kriminelle und Terroristen tarnen sich, indem sie ausländische Telefon- und Internetanbieter benutzen, ihre IP Adressen durch Anonymisierung unkenntlich machen und den Internetverkehr verschlüsseln. 6 : 6 : + Auf der gemeinsamen Innenministerkonferenz eröffnet Schäuble seinen Länderkollegen, auf welche Szenarien sich die Sicherheitsdienste einstellen müssen: Kriminelle und Terroristen tarnen sich, indem sie ausländische Telefon- und Internetanbieter benutzen, ihre IP-Adressen durch Anonymisierung unkenntlich machen und den Internetverkehr verschlüsseln. Das Bundesinnenministerium resümiert in dem Dokument, das der taz vorliegt: die Sicherheitsdienste verfügen über zu wenig neue Technik und Fachleute, um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können. 8 : 8 : - Das Bundesinnenministerium resümiert in einem Dokument, das der taz vorliegt: die Sicherheitsdienste verfügen über zu wenig neue Technik und Fachleute, um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können. Es muss dringend gehandelt werden. 8 : 8 : + Um diesen neuen Gefahren zu begegnen, hat das Bundesinnenministerium gerade für knapp 10 Millionen Euro eine zentrale Abhörstelle für das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei in Köln eingerichtet. Der Minister setzt damit Maßstäbe. Denn Stück für Stück soll die "Zentralstelle für Kommunikationstechnlogien", so ihr offizieller Name, ausgebaut werden. Ab 2013 soll sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligen. Und ab diesem Zeitpunkt sind auch die Polizeien und Verfassungsschutzämter der Länder eingeladen, die Bundesabhörzentrale zu nutzen. 10 : 10 : - Ab Januar 2009 hat sich dies verschärft. Seither ist die zweite Stufe der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Telefon- und Internetanbieter müssen nun alle Verbindungsdaten von Festnetz, Mobiltelefon und auch Internet ein halbes Jahr lang speichern. Bei E-Mails und SMS werden die Inhalte erfasst, beim Mobilfunk kommt die Funkposition hinzu. Aus dieser verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung ergibt sich ein komplettes Sozial- und Bewegungsprofil der Bundesbürger. 10 : 10 : + Wolfgang Schäuble will die zersplitterte Überwachungslandschaft harmonisieren und leistungsfähiger machen. Derzeit gibt es bei den 38 deutschen Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern noch mehr als 75 verschiedene Anlagen zur Telekommunikationsüberwachtung (TÜK). In der neuen Zentralstelle sollen die Behörden die moderne Überwachungstechnik gemeinsam nutzen. 12 : 12 : - Voraussetzung: Die Daten müssen irgendwo gespeichert werden. Doch dafür sind kleine Telekommunikationsanbieter technisch nicht gerüstet. Und hier setzt Schäuble mit seiner Bundesabhörzentrale an, die er gerade für über 100 Millionen Euro in Köln hat bauen lassen. 12 : 12 : + Offizieller Anlass für Schäubles Initiative waren Engpässe bei der Überwachung der islamistischen Sauerlandgruppe, die derzeit vor Gericht steht. Rädelsführer Fritz Gelowicz verschickte oft Botschaften aus Internet-Cafés. Dabei musste jeweils der Datenverkehr des gesamten Internetcafés gespeichert und ausgewertet werden, um Gelowicz' Botschaften herauszufiltern. 14 : 14 : - Der Minister setzt damit in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe. Denn beim "Service- und Kompetenzzentrum Telekommunikationsüberwachung" (TKÜ) im Kölner Bundesverwaltungsamt handelt es sich um eine Regierungsbehörde, die keine sein darf. Denn bislang ist die Überwachungslandschaft in Deutschland mit 75 Abhörposten föderal gegliedert. Ihr fehlen die die gesetzlichen und institutionellen Voraussetzungen. Sie hat datenschutzrechtliche Probleme. Sie unterliegt keiner Kontrollmöglichkeit. 14 : 14 : + Mit diesen Datenmengen waren Polizei und Verfassungsschutz teilweise überfordert. Schäuble glaubt, dass neue leistungsfähige Computer am besten bei einer zentralen Stelle angesiedelt sind und dann von vielen Sicherheitsbehörden gemeinsam genutzt werden. Auch Decoder-Software für ständig neue Kommunikationsangebote im Internet müsse jeweils nur einmal beschafft werden. 16 : 16 : - Elmar Lecher, vom Chaos Computer Club (CCC) sagt: "Neudeutsch nennt sich das Outsorcing. Die Polizeien und Geheimdienste lagern ihre Abhörtätigkeit an eine zentrale Stelle aus. Eine neu geschaffene Behörde, die diese technische Dienstleistung für das Bundeskriminalamt, den Bundesverfassungschutz, die jeweiligen Landesverfassungs- und -kriminalämter und die regionalen Landespolizeien - durchführen kann." 16 : 16 : + Schon in der Planungsphase protestierte vergangenes Jahr der Bundesrechnungshof. Die unabhängigen Beamten widerlegten in einem vertraulichen Papier, das der taz vorliegt, dass eine zentrale Abhörstelle günstiger sei. Im Gegenteil: Das Innenministerium habe sogar Kosten verschwiegen. Denn kurz zuvor wurde für den Bundesverfassungsschutz eine neue eigene TKÜ-Anlage angeschafft, die ihn auch noch mehr als fünf Jahre vertraglich an einen inkompatiblen Software-Lieferanten bindet. Doch Schäuble setzte sich über die Bedenken hinweg. 18 : 18 : - Ausgerechnet das Verwaltungsamt des Bundes (BVA) mit Sitz in Köln wurde von Wolfgang Schäuble für die gemeinsame Abhör-Infrastruktur ausgewählt. Polizeiliche Abhörmaßnahmen zur Abwehr des internationalen Terrorismus sollen also nach dem Willen des Bundesinnenministers in Zukunft in einer gewöhnlichen Verwaltungsbehörde untergebracht sein. Woher das Fachpersonal und die Kompetenz kommen soll: das Bundesinnenministerium bleibt die Antwort schuldig. 18 : 18 : + Inzwischen hat die neue Abhörzentrale ihre Arbeit aufgenommen, zunächst ohne den Verfassungsschutz. Ein "Service-Center" stellt modernste Computer und Software zur Verfügung. Ein "Kompetenzzentrum" dient daneben als Denkfabrik der Sicherheitsbehörden. Angesiedelt ist die gemeinsame Abhör-Infrastruktur beim Verwaltungsamt des Bundes (BVA) mit Sitz in Köln. Dort wurden auch 43 neue Stellen geschaffen, 33 für die TKÜ-Anlage im Service-Center und zehn Stellen für die Experten im Kompetenzzentrum. Damit hat Schäuble Fakten geschaffen. 20 : 20 : - In einem vertraulichen Bericht des Bundesrechungshofs aus dem Jahr 2008 wird das kritisiert. In dem Papier, das der taz vorliegt, äußern die Rechungsprüfer erhebliche Zweifel daran, dass neutrale "Verwaltungsangestellte" den Aufgaben in der Abhörzentrale technisch und inhaltlich gewachsen sind. 20 : 20 : + Peter Schaar, der Datenschutz-Beauftragte hält die Einrichtung jedoch für illegal, weil "die erforderliche gesetzliche Grundlage" fehle. Die Einschaltung einer zusätzlichen Behörde stelle einen neuen Grundrechtseingriff dar. 22 : 22 : - Außerdem besitze das Bundesverwaltungsamt gar nicht die technischen Sicherheitswerkzeuge, um etwa bei Rechnerausfällen trotzdem noch auf alle Daten zugreifen zu können. Auch das Hauptargument des BMI, eine zentrale Abhörstelle sei günstiger, widerlegen die Rechnungsprüfer. Im Gegenteil: Schäuble habe Kosten verschwiegen. Geringere Qualität bei zumindest gleichen Kosten sei die Folge, lautet das Urteil des Bundesrechnungshofs. 22 : 22 : + Schäuble weist den Vorwurf zurück. Die neue Zentralstelle in Köln verwalte nämlich nur die Technik, während die eigentlichen Abhörmaßnahmen von der Polizei in eigener Verantwortung geplant und ausgewertet werden. Deshalb seien auch die bisherigen Gesetze ausreichend, die dem Kriminalamt und der Bundespolizei schon jetzt die Überwachung von Telekommunikation erlauben. Schäubles Argumentation hat sogar Justizministerin Zypries (SPD) überzeugt, die anfangs auch ein Gesetz forderte. 24 : 24 : - Für Jörg Radek, Gewerkschaftschef der Bundespolizei und Hauptpersonalrat im BMI, bedeutet Schäubles Überwachungszentrale auf jeden Fall ein Mehr an Bürokratie: "Wir brauchen Mitarbeiter die polizeiliche Analyse machen können, die sich in der Dunkelfeldforschung auskennen. Und dieses Personal hat das BVA ja gar nicht. Das BVA ist ein Verwaltungsamt und genauso wenig eine Polizeibehörde wie das Bundesamt für Geodäsie." Für ihn bedeutet die Superbehörde ein "Mehr an Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rückfragebedarf." 24 : 24 : + Als Kompromissangebot ließ der Innenminister jetzt erklären, dass sich die Regierung in einigen Jahren freiwillig Mehrheiten für ein Gesetz suchen werde - aber erst wenn ab 2013 auch der Verfassungsschutz und die Sicherheitsbehörden der Länder die Abhörzentrale nutzen können. Das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten sei aber auch dann nicht verletzt, die Daten blieben schließlich streng getrennt, so Schäuble, auch wenn alle Sicherheitsbehörden die gleiche Technik benutzen. 26 : 26 : - Ein weiteres Problem der Bundesabhörzentrale betrifft ihre rechtliche Verankerung. Weil sie nur als Verwaltungskooperation von Polizei und Geheimdiensten deklariert wird, hat das Ministerium noch keine gesetzliche Grundlage geschaffen, die regelt, welche Personen in diesem Rechenzentrum was abhören dürfen. So darf das Bundesamt für Verfassungsschutz viel weniger Abhören als das BKA, wenn es im terroristischen Bereich ermittelt. Das verfassungsgemäße Trennungsgebot von Polizeibehörden und Geheimdiensten schreibt das vor. 26 : 26 : + Schäubles kunstvolle Konstruktion hat allerdings leicht skurile Folgen, wenn es technische Probleme gibt. Für die Behebung einer Störung sind dann zwar die BVA-Beamten zuständig, die aber auf keinen Fall Zugang zu den Daten der Anlage bekommen sollen. Deshalb müssen sie dabei von Polizei-Experten unterstützt werden, die auch in Telefonate hineinhören und Emails lesen dürfen. 28 : 28 : - Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste warnt: "Das BMI scheut die Festlegung in einem Gesetz, das die Kompetenzen tatsächlich abgrenzen würde. Wenn beispielsweise der BND, der für Auslandsaufklärung zuständig ist, schließlich auch noch mit eingemeindet wird, weil die Technik für alle ja so gut funktioniert, dann haben wir am Ende eine zentrale Deutsche Sicherheitsbehörde". 28 : 28 : + Auch Bundespolizist Jörg Radek, Hauptpersonalrat beim Bundesinnenministerium, findet die Konstruktion mit der neuen Zentralstelle umständlich: "Dieser Umweg bedeutet eine zusätzliche Schnittstelle für jede Polizei- oder Sicherheitsbehörde mit einem Mehr an Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rückfragebedarf." 30 : 30 : - In Deutschland unterstehen die verschiedenen Sicherheitsbehörden jeweils anderen Chefs und eigenen Aufsichten: etwa dem Bundesfinanzministerium, dem Bundesinnenministerium, und auch dem Bundeskanzleramt. Diese Trennung ist gewollt um nicht zu viel Entscheidungskompetenz und Überwachungskapazität und in einer Hand zusammenzufassen. 30 : 30 : + Schäuble und seinen Nachfolgern könnte solche Kritik sogar gelegen kommen. Wenn sie mittelfristig aus der Abhörzentrale doch eine neue Behörde machen wollen, die auch selbstständig die Überwachungsmaßnahmen durchführt, könnten sie darauf verweisen, dass dies ja noch viel effizienter wäre. Schäubles Vorbild ist schließlich die amerikanische National Security Agency (NSA), ein selbständiger Überwachungs-Geheimdienst, wie das vertrauliche Dokument der Innenministerkonferenz in Bad Saarow belegt. 32 : 32 : - Wie das vertrauliche Dokument der gemeinsamen Innenministerkonferenz 2008 in Bad Saarow belegt, versucht Wolfgang Schäuble, seinen Länderkollegen eine nationale Abhörzentrale nach US-amerikanischem Vorbild schmackhaft zu machen. Er spekuliert darauf, dass auch die Bundesländer in Zukunft die neue Bundesabhörzentrale nutzen werden müssen. Denn die Länder sehen sich erheblichen Haushaltszwängen ausgesetzt, Nachbesserung in zusätzlicher Sicherheitstechnik ist für sie nur schwer realisierbar. 32 : 32 : + Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, warnt: "Wenn beispielsweise der BND, der für Auslandsaufklärung zuständig ist, schließlich auch noch mit eingemeindet wird, weil die Technik für alle ja so gut funktioniert, dann haben wir am Ende eine zentrale deutsche Sicherheitsbehörde". 34 : 34 : - "Sollte also in einem Bundesland eine Fahndungspanne oder gar ein terroristischer Anschlag passieren, kann man hinterher sagen: das liegt doch daran, dass sich dieses Bundesland dem Angebot widersetzt hat, das wir so kostengünstig anbieten", erklärt der Sprecher für Innere Sicherheit von Bündnis 90/ Die Grünen, Wolfgang Wieland. 34 : 34 : + Von großer Bedeutung ist aber, ob auch die Bundesländer mitmachen, denn über ihre Behörden läuft der Löwenanteil der Kommunikationsüberwachung. Zwingen kann Schäuble sie nicht. Er kann nur darauf spekulieren, dass sie sich die Nachbesserung ihrer eigenen Sicherheitstechnik immer weniger leisten können und dann lieber die Bundesabhörzentrale quasi zur Untermiete nutzen wollen. 36 : 36 : - Wolfgang Schäuble schafft mit der bundeseigenen Abhörzentrale politische Fakten durch finanzielle Sachzwänge. Ein schwerwiegender Eingriff in die Kompetenzen der föderalen Polizei- und Landesbehörden, denn Polizeihoheit und Innere Sicherheit sind in Deutschland immer noch Ländersache. "Wenn man das nicht will, muss man eine neue Sicherheitsarchitektur in Deutschland anstreben. Dann muss man das aber politisch auch ganz klar artikulieren. Es geht mehr als nur darum, neue Technik einzuführen. Es geht darum, eine neue Sicherheitsarchitektur auf kaltem Wege einzuführen," sagt Frank Richter von der Polizeigewerkschaft in NRW. 36 : 36 : + "Jeder Länderinnenminister wird blass aussehen, wenn er begründen soll, warum er in neue Sicherheitstechnik investieren will, die der Bund ihm doch zum Mietpreis anbietet", erklärt der Sprecher für Innere Sicherheit von Bündnis 90/Die Grünen, Wolfgang Wieland. "Sollte also in einem Bundesland eine Fahndungspanne oder gar ein terroristischer Anschlag passieren, kann man hinterher sagen: das liegt doch daran, dass sich dieses Bundesland dem Angebot widersetzt hat, das wir so kostengünstig anbieten". 38 : 38 : - Geopfert werden durch Schäubles zentraler Sicherheitsarchitektur auch die gewachsenen Ermittlungsstrukturen vor Ort. Denn die regionalen Ermittlungsbeamten kennen die Verhältnisse sehr genau. "Der Umweg über technische Aufrüstung bei gleichzeitigem Personalabbau erzeugt eine trügerische Sicherheit. Wie bei der Videoüberwachung: wenn Personal fehlt, nutzen die Bilder nur dem Staatsanwalt, aber nicht dem Opfer" , sagt Frank Richter. 38 : 38 : + So könnte die bundeseigene Abhörzentrale politische Fakten durch finanzielle Sachzwänge schaffen. "Innere Sicherheit ist insbesondere auch Ländersache. Wenn man das nicht will, muss man das aber politisch auch ganz klar artikulieren", sagt Frank Richter von der Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen. Und: "Es geht darum, eine neue Sicherheitsarchitektur auf kaltem Wege einzuführen."